Neues wagen

Wie oft träumen wir davon, endlich unsere Arbeit aufzugeben, um genau das zu tun, was uns am Herzen liegt. Oder wir möchten auswandern oder haben andere, angeblich verrückte Pläne? Leider bleibt es aber meistens beim Träumen, denn wir haben Angst davor, unsere Sicherheiten aufzugeben, auch wenn diese uns nicht wirklich glücklich machen.

Wenn wir uns jedoch dazu entschliessen, etwas Neues zu wagen, gilt es einige Dinge zu beachten, die uns sonst schnell verunsichern und von unserem Vorhaben abbringen können.

Wir haben Angst davor, etwas falsch zu machen oder zu scheitern. Dadurch erschweren wir uns den Anfang, denn gerade unsere Fehler bringen uns weiter und zeigen uns, was nicht funktioniert, und diese Erfahrungen sind wichtig, um zu wachsen und dazuzulernen. Scheitern und Fehler sind Bestandteile unseres Lebens, und jeder Mensch, ganz egal, wie erfolg reich er oder sie auch sein möge, scheitert hin und wieder oder macht Fehler. Wir verwechseln die Angst vor dem Scheitern mit der Angst davor zu versagen. Solange wir aufstehen, sobald wir hingefallen sind, versagen wir nicht. Wenn wir uns die Erlaubnis geben, Dinge auszuprobieren, Fehler zu machen und zu scheitern, können wir uns neugierig und mit weniger Druck an Neues heranwagen und uns vorsichtig herantasten.

Und hier kommen wir gleich zum zweiten Hindernis. Wir glauben, alles Alte gleich über Bord werfen zu müssen, um mit dem Neuen zu beginnen. Wir denken, dass wir uns erst selbständig machen können, wenn wir endlich die passenden Räumlichkeiten gefunden haben. Wir glauben, die alte Arbeit erst kündigen zu müssen, um dann eine Neue zu finden, usw. Dabei können wir gleich jetzt und hier mit der ersten, kleinen Veränderung beginnen. Wenn wir uns für jeden Tag die Zeit für einen kleinen Schritt nehmen, der uns in die richtige Richtung bringen wird, kommen wir unserem Ziel näher und näher.

Wir sollten also unsere Veränderungswünsche nicht von äusseren Umständen abhängig machen sondern sofort damit beginnen, mit dem, was uns jetzt zur Verfügung steht, den Anfang zu wagen.

Und jetzt höre ich eines der anstrengendsten Hindernisse überhaupt – unser ABER. Ja, ich würde gerne, aber… Wie wäre es mit folgenden, ketzerischen Fragen: Wenn ich davon ausgehe, dass es immer einen Weg gibt, wie würde der Meine gerade jetzt aussehen? Es mag vieles dagegensprechen, jetzt gleich anzufangen, aber wenn ich es trotzdem tun möchte, was könnte ich gerade jetzt verändern? Es könnte sein, dass mein Vorhaben nicht funktioniert, aber was könnte ich tun, um es dennoch auszuprobieren?

Mit diesen Fragen überwinden wir unsere Selbstzweifel und den Anteil in uns, der uns von unserem unvernünftigen Vorhaben abbringen möchte. Wir haben doch so einen sicheren Job und einen Partner, warum sollten wir all dies für so eine „Schnapsidee“ aufgeben?

Jetzt sind wir endlich so weit zu starten. Aber wo und womit sollen wir anfangen? Stellen wir uns einfach vor, dass wir zu einem Freund wollen, den wir noch nie besucht haben. Wir programmieren unser Navigationssystem, und jetzt gehen wir einfach in irgend eine Richtung los. Genau so machen wir es. Es ist unwichtig, womit wir anfangen. Wichtig ist, dass wir überhaupt beginnen und uns bewegen. Dies dürfen wir wörtlich verstehen, denn durch das Rumsitzen und Träumen alleine kommen wir nicht weiter. Wir sollten uns bewegen, nach draussen gehen, mit Menschen sprechen, ein neues Buch lesen, usw. Nur durch Bewegung und durch neues Denken wird sich etwas ändern. Wir können auch unseren Tagesrhythmus verändern, um Bewegung in unser Leben zu bringen. Unser Navigationssystem ist programmiert, sodass uns jeder Schritt automatisch zum Ziel führen wird, auch wenn wir ein paar Umwege machen. Ich wünsche Euch viel Freude damit und viele spannende Erfahrungen.