Was denken die anderen?

Dies ist eine Frage, die uns sehr oft davon abhält, genau das zu tun, was uns wirklich am Herzen liegt. Wir lassen uns von den Meinungen, Urteilen und Aussagen der anderen beeinflussen und oft auch von unserem Lebensweg abbringen. Noch schwieriger wird es, wenn wir glauben zu wissen, was der/die andere gerade über uns oder ein bestimmtes Thema denken könnte. Auch wenn wir mit der Person gar nicht gesprochen haben, sind wir in einem Kopfkino gefangen, welches es uns unmöglich macht, uns eine eigene, für uns gesunde Meinung zu bilden.

Diese Orientierung an unserem Umfeld hat uns früher in der Steinzeit, als unser Überleben stark von unserer Familie oder Sippe abhing, sehr gute Dienste geleistet. Denn sobald wir damals auf uns allein gestellt gewesen wären, hätten wir nicht lange in der Wildnis überlebt. Heute ist diese Urangst, dass die anderen uns und unsere Lebenspläne ablehnen könnten, nicht mehr hilfreich. Es gibt keine Wildnis mehr, in der wir gegen Säbelzahntieger kämpfen müssten, und unsere „Blutsfamilie“ ist nicht die einzige, die uns zur Verfügung steht. Heutzutage ist es uns möglich, immer und überall Menschen zu finden, die unsere Ziele teilen. Ein Seminarleiter hat einmal gesagt, dass sogar ein Kettensägen-Mörder andere Kettensägen-Mörder finden wird, wenn er oder sie beispielsweise seine oder ihre Kontakte auf den ganzen deutschsprachigen Raum ausweitet. Heutzutage haben wir also milionen von Menschen zur Verfügung unter denen wir genau diejenigen auswählen können, zu denen wir mit unseren Ansichten, Wünschen und Träumen passen.

Auch wenn es vielleicht anfangs schmerzhaft ist, wenn uns die Menschen, von denen wir Unterstützung und Hilfe erhofft haben, aus diversen Gründen nicht behilflich sein wollen, sollten wir deshalb unseren Traum nicht aufgeben. Wir sollten damit aufhören, uns Sorgen über die Dinge zu machen, die andere von oder über uns denken. Der Spruch „Was andere über mich denken, geht mich nichts an.“ kann diesbezüglich sehr befreiend wirken. Es gibt viele Gründe, warum die anderen ablehnend auf die Tatsache reagieren, dass wir uns gerne verändern wollen. Normalerweise haben aber diese Gründe in erster Linie mit der anderen Person und erst in zweiter Linie mit uns zu tun. Die Frage: „Was verliert der/die andere, wenn er oder sie mich unterstützen würde?“ kann ebenfalls hilfreich sein.

Wenn wir also einen neutralen Rat suchen, sollten wir vielleicht eine Person wählen, der es egal ist, ob wir den neuen Weg nun gehen wollen oder nicht. All die anderen, die Angst haben, uns dadurch zu verlieren oder sich durch unseren Veränderungswunsch in ihrer eigenen Bequemlichkeit bedroht fühlen, sollten wir anfangs lieber aus dem Weg gehen. Wenn wir dann unseren neuen Weg mit sicheren Schritten gehen, können wir uns problemlos allen Skeptikern und Zweiflern stellen, denn nun sind wir selber gefestigt und werden unsere neu gewonnene Freiheit nicht aufgrund von für uns fadenscheinigen Erklärungen aufgeben.