Bedingungslose Hilfe

Sich gegenseitig zu helfen und Hilfe anzunehmen kann wunderbar und angenehm sein, bereitet uns aber oft grosse Schwierigkeiten. Meistens fällt es uns leichter zu helfen als Hilfe anzunehmen, weil wir gelernt haben, dass wir niemandem etwas schuldig bleiben dürfen. Wir glauben, dass wir in der Schuld des anderen stehen, wenn wir seine Hilfe annehmen. Dies liegt an einer unklaren Kommunikation und an unausgesprochenen Erwartungen auf beiden Seiten.

Es gibt viele Gründe, warum wir gerne helfen. Oft hat es damit zu tun, dass wir uns dabei selbst gut fühlen, was keinesfalls falsch ist. Wenn wir jedoch helfen, damit wir uns selbst auf Kosten des anderen stark, gebraucht oder überlegen fühlen können, wird das für beide Seiten irgendwann unangenehm. Vielleicht kann es auch sein, dass wir das Unglück oder Leid des anderen nicht länger anschauen wollen und deshalb helfen möchten. Es geht bei dieser Art Hilfe nicht um den anderen, sondern um uns selbst. Vielleicht hoffen wir auch, dass wir – sobald der andere endlich glücklich und zufrieden ist – auch wir das Recht haben, glücklich und zufrieden zu sein. Auch diese Art Hilfe verursacht Stress und Druck auf beiden Seiten.

Eine sehr weit verbreitete Motivation zu helfen ist die Hoffnung, vom anderen Wertschätzung, Liebe, Dankbarkeit oder Anerkennung zu erhalten. Dabei geben wir unendlich viel und hoffen, eines Tages dafür „belohnt“ zu werden. Oft glauben wir aber selbst nicht wirklich daran, dass wir es wert sind, belohnt, geliebt oder wertgeschätzt zu werden. Wir suchen beim anderen das, was wir uns selbst nicht geben können, was grundsätzlich immer schief gehen muss. In diesem Falle sollten wir uns täglich etwas Gutes tun, uns selbst loben und eine Liste der Dinge aufstellen, die uns liebenswert und zu einem Menschen machen, mit dem man gerne seine Zeit verbringen möchte. Wir können uns jeden Abend drei Dinge überlegen, für die wir heute dankbar sein können. All dies stärkt unser Selbstwertgefühl, sodass wir immer klarer spüren, ob unsere Hilfe erwünscht ist oder ob wir die Zeit lieber dazu nutzen sollten, uns selbst etwas Gutes zu tun.

Auch wenn wir jedem immer und zu jeder Zeit helfen, wird uns das früher oder später alle Kraft und Energie rauben. In diesem Falle können wir nicht nein sagen und wollen vom allen geliebt werden. Auch hier ist es wichtig, Selbstliebe zu lernen. Was mögen wir an uns, welchen Körperteil oder welche Eigenschaft? Diese Dinge sollten wir uns täglich vor Augen führen, sodass unsere Selbstliebe wächst und wir Grenzen setzen können, weil wir nicht mehr auf die Liebe der anderen angewiesen sind. Ausserdem erhalten wir diese Liebe und Anerkennung im Übermass, sobald wir sie nicht mehr brauchen und einfordern müssen.

Wenn wir uns ungerne helfen lassen, glauben wir oft, dem anderen nichts zurückgeben zu können. Oft sind es aber die Dinge, die wir selbst für selbstverständlich halten, die der andere brauchen kann. Ich habe schon oft gehört, dass ich Menschen Kraft gebe, was ich selbst gar nicht bemerke. Wenn wir uns also unsicher sind, ob wir dem anderen wirklich etwas geben können, hilft es, diesen einfach einmal zu fragen und darauf anzusprechen. Mich persönlich haben diese Antworten oft sehr überrascht. Dadurch fällt es mir selbst auch leichter, Hilfe anzunehmen.

Wie funktioniert nun bedingungslose Hilfe? Ganz einfach. Wenn wir uns jedes mal, bevor wir Hilfe anbieten folgende Situation vorstellen: Wir geben die Hilfe, aber der andere erkennt sie nicht an und sagt nicht einmal danke. Wenn wir uns nun traurig, wütend, enttäuscht oder verraten fühlen, möchten wir für diese Hilfe etwas haben. Ein Satz wie: „Ja, ich kann auf Dein Kind aufpassen, wenn Du mir am Wochenende Deinen leckeren Apfelkuchen rüberbringst“ kann dieses Problem lösen. Kommunizieren wir also klar, dass wir helfen, aber dafür etwas haben möchten, fühlen wir uns gleich besser und auch der andere weiss, was er/sie uns dafür geben kann. So entstehen keine Schulden und der andere kann entscheiden, ob er/sie die Hilfe zu diesen Bedingungen annehmen möchte.

Es ist auch völlig legitim, nein zu sagen und eine Bitte um Hilfe abzulehnen. Auch hier ist eine ehrliche Kommunikation wichtig. Es kann natürlich passieren, dass der andere kurzfristig beleidigt oder wütend reagiert, aber er/sie ist volljährig und wird eine andere Lösung finden, denn es ist nicht unsere Aufgabe, immer und für jedermann jederzeit zur Verfügung zu stehen.

Wenn uns das, was wir für andere tun, erfüllt, Spass und Freude nacht und wir keinerlei Dank benötigen, ist das bedingungslose Hilfe. Wir tun es dann für uns, aber ohne den anderen in eine hilflose Opferposition bringen zu müssen. Wir tun etwas, was wir gut können und helfen damit jemandem, der diese Fähigkeiten vielleicht selber nicht hat. Dankbarkeit, Anerkennung und Wertschätzung sind uns in diesem Fall sicher, weil wir sie gar nicht wirklich brauchen. Wir tun ja etwas, was uns bereits mit viel Freude erfüllt. Da ist die Freude des anderen ein Sahnehäubchen, dass unser Leben noch angenehmer macht.

Vielleicht kann eines meiner Horoskope ei der Selbsterkenntnis helfen. Nähere Infos gibt es hier:

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