Ego-Spiele durchschauen

Eine Zeitlang war es in spirituellen Kreisen wichtig, unser Ego möglichst zu verkleinern oder gar aufzulösen. Dabei wurde aber vergessen, dass wir, um auf der Erde überleben zu können, unser Ego dringend brauchen. Bevor wir auf die Welt kamen, befanden wir uns in der grossen Seelen-Einheit. Um die individuellen Erfahrungen, die wir als Seelenteil in einem Körper erleben können, benötigen wir unser Ego. Es hilft uns dabei, uns von anderen zu unterscheiden oder uns abzugrenzen.

Unser Ego unterstützt uns dabei, etwas Besonderes zu sein. Warum hat wohl jeder Mensch seinen ganz individuellen Fingerabdruck? Es ist also in uns angelegt, unsere Einzigartigkeit in die Welt zu bringen- Dunkles und Helles genauso wie Grossartiges und Kurioses.

Natürlich führt es zu vielen Problemen, wenn unser Ego überentwickelt ist. Deshalb ist es sinnvoll, wenn wir quasi ein Auge darauf haben und dafür sorgen, dass es immer eine Aufgabe hat. Das Hauptziel unseres Egoss ist es, etwas Besonderes zu sein und diese Aufgabe nimmt es sehr ernsst. Es will uns also dazu ermutigen, unsere individuellen Fähigkeiten zu entfalten, auszuleben und der Welt damit etwas Besonderes zu schenken.

Wir haben gelernt, dass „Eigenlob stinkt“ und dass wir deshalb niemals mit unseren Fähigkeiten prahlen dürfen. Deshalb hat sich unser Ego, weil es ja seine wichtige Aufgabe dennoch erfüllen will, einiges einfallen lassen. Hier ein paar Gedanken, die uns helfen, unser Ego besser zu durchschauen und dadurch auf seinen Platz zu verweisen.

Wenn wir schon nicht die Ersten sein sollen, dann wollen wir wenigstens die Letzten sein. Wir wollen nicht die Grössten, sondern die Kleinsten sein. Auch dadurch stechen wir aus dem Masse der anderen hervor. Was anfangs selbstlos erscheint, ist eigentlich auch nur eine andere Spielart des Egos, sich hervortun zu wollen.

Wenn wir anderen helfen wollen, tun wir das vielleicht, weil wir das Leid unserer Mitmenschen nicht mit ansehen können. Wir sind also selbstlose Helfer, die stets auf die anderen schauen, aber dennoch geht es bei dieser Hilfe nur um uns. Unser Ego möchte uns als Held darstellen, aber eigentlich verschleiert es nur die Angst vor Leid und Schmerz.

Gerade beim Thema „Selbstlosigkeit“ oder Aufopferung für die anderen sollten wir ganz genau hinschauen. Warum tun wir dies? Erwarten wir Dankbarkeit, Anerkennung, Liebe oder etwas anderes? Wir tun all diese Dinge manchmal nur für uns – für unser Ego, um etwas Besonderes zu sein oder durch das Lob anderer höher gehoben zu werden.

Weil wir nicht offen zeigen dürfen, welche Fähigkeiten wir haben, hat unser Ego gelernt, dies mit quasi selbstlosen Aktionen zu tarnen. Wir erniedrigen uns selbst, um vielleicht von anderen wieder aufgebaut zu werden. Als Opfer erhalten wir eine Menge Energie und Aufmerksamkeit, was uns wieder zu etwas ganz besonderem macht. Manche Menschen möchten deshalb an ihrer schwierigen Lebenssituation gar nichts ändern, weil das ihnen die Möglichkeit raubt, etwas Besonderes zu sein.

Deshalb ist es sinnvoll, unserem Ego einen Bereich zu geben, in dem es sich ausleben darf. Vielleicht haben wir das Glück, uns im Beruf zu verwirklichen oder haben ein schönes Hobby gefunden, was uns glücklich macht. Wir sollten auf jeden Fall daran arbeiten, unsere ganz einzigartigen Fähigkeiten in die Welt zu bringen. Ohne uns zu brüsten, können wir etwas Besonderes sein, und das bringt uns unserem Ziel, so authentisch wie möglich zu leben, wieder ein grosses Stück näher.

Falls Ihr Fragen oder Anregungen habt, setzt Euch einfach mit mir in Verbindung. Meine Daten und das Rückrufformular findet Ihr auf meiner Homepage unter:

https://www.wohlfuehlseiten.net

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