Wahrscheinlich kennen wir alle die Gedanken und Gefühle, die wir haben, sobald uns ein schwieriges Gespräch, eine Prüfung oder eine für uns unangenehme Konfrontation bevorsteht. Es ist eine ungute Mischung aus Angst, Wut, vielleicht Scham oder Ohnmacht. Wir sehen die Menschen oder Situationen als Feinde, die es zu bekämpfen gilt, und natürlich gehen wir in Gedanken schon alle möglichen Strategien durch, denn wir möchten ja gerne gewinnen.
Wie wäre es, diese Situationen stattdessen als Möglichkeiten zu sehen, den oder die anderen besser zu verstehen und sich auch selbst besser verständlich zu machen? Was, wenn es in Wirklichkeit gar nicht darum geht zu gewinnen, sondern darum, sich gegenseitig besser kennen und akzeptieren zu lernen?
Es geht gar nicht darum, mit dem oder der anderen Freundschaft zu schliessen oder diejenigen von der eigenen Meinung zu überzeugen. Genauso wenig müssen wir uns von der Meinung des oder der anderen überzeugen lassen. Es geht darum, klar zu sehen, wo der/die andere steht, wo man selbst steht und wie man eine gute Lösung für alle Beteiligten finden kann.
Dafür benötigen wir ein offenes Herz. Unsere Wut auf die Situation oder die verletzten Gefühle gegenüber des oder der anderen ist bestimmt gerechtfertigt, aber was würde sich ändern, wenn wir versuchen, von Herz zu Herz zu kommunizieren. Wir können davon ausgehen, dass der oder die anderen – genau so wie wir – verstanden, wertgeschätzt und mit ihren Ansichten akzeptiert werden möchten. Anstatt jetzt in den Wettbewerbsmodus zu verfallen und zu versuchen, mehr Akzeptanz, Respekt und Beachtung für uns selbst auf Kosten des oder der anderen zu erkämpfen, sollten wir darauf achten, dass jeder von uns die Akzeptanz zu erhält, die er oder sie sich wünscht. Akzeptanz und Beachtung können wir aber nicht wirklich mit unserem Ego, sondern besser mit unserem Herzen geben.
Wir müssen die Ansichten des oder der anderen nicht teilen, um akzeptieren zu können, dass jeder von uns dennoch einen Weg finden kann, zusammenzuarbeiten. Stellen wir uns vor einem schwierigen Gespräch oder einer Prüfung einfach eine Energieverbindung zwischen uns und dem oder der anderen vor. Was ändert sich durch diese Verbindungslinie in unseren Gedanken und Gefühlen? Wir können uns diese Verbindung auch während des Gespräches oder der Prüfung immer wieder vorstellen. Wir werden innerlich ruhiger, offener und lösungsorientierter. Dadurch verlassen wir die Konkurrenzsituation und steigen in eine menschlichere Kommunikation ein, die für alle einfacher und wertschätzender sein kann. Ich wünsche Euch viel Freude dabei und viele konstruktive Gespräche.