Schuld

Mit diesem unangenehmen Gefühl werden wir bereits als Kind konfrontiert. In manchen Religionen scheinen die Beschäftigung mit Schuld und Sünde das Wichtigste zu sein, damit einem das Paradies oder Himmelreich offensteht. Und weil sich niemand von uns gerne schuldig fühlt, neigen wir dazu, dieses lästige Gefühl lieber anderen zuzuschieben. Manche Menschen jedoch nehmen gerne alle Schuld auf sich, um von ihrer Umwelt etwas zu bekommen: Liebe, Anerkennung, Aufmerksamkeit oder einfach nur die Hoffnung, dass Gott oder eine andere höhere Macht sie irgendwann dafür belohnen wird.

Ob wir nun die Schuld lieber abgeben oder auf uns nehmen, viele der von mir oben beschriebenen Mechanismen laufen meistens unbewusst ab. Jeder von uns hat eine eigene Strategie entwickelt, mit Schuld umzugehen. Manche von uns nutzen sie Als „Schutzschild“, hinter dem man sich wunderbar verkriechen kann. Wenn wir uns schuldigfühlen, brauchen wir an unserem Leben nichts zu ändern, und weil wir Menschen Gewohnheitstiere sind, scheuen wir vor Veränderungen zurück – vor allem vor wirklich einschneidenden Veränderungen. Die Schuld hilft uns dabei, uns als Opfer zu fühlen und den alten Zustand, den wir gut kennen, aufrechtzuerhalten.

Wenn wir es schaffen, anderen genügend Schuldgefühle zu machen, begeben wir uns in eine Machtposition. Schuldgefühle sind meiner Meinung nach eine genau so wirksame Waffe wie Angstgefühle. Wenn wir uns schuldig fühlen, sind wir klein, minderwertig und glauben, zur Passivität verdammt zu sein. Zu einer klaren Entscheidung oder gar einem kreativen Gedanken sind wir in diesem Zustand kaum fähig. Dies hält uns in unserem Hamsterrad fest und verhindert, dass wir uns weiterentwickeln.

Ob wir nun dafür sorgen, dass andere sich schuldig fühlen oder uns selbst Schuldgefühle machen, unsere Weiterentwicklung bleibt dabei auf der Strecke. Auch wenn uns die Tatsache, dass nicht wir, sondern jemand anders Schuld ist, anfangs zu erleichtern scheint, sind wir dennoch machtlos. Wir müssen quasi darauf warten, bis der andere den nächsten Schritt tut – sich ent-schuldigt, etwas verändert, uns etwas gibt, usw. In dieser „Wartezeit“ jedoch können wir überhaupt nichts für uns selbst tun, weil wir ja ständig darauf warten, dasss der andere seine Schuld uns gegenüber endlich „bezahlt“.

Auch wenn Schuldgefühle unangenehm sind, sind wir, wenn wir mit Schuld beladen sind, kaum in der Lage, uns von diesem Gefühl zu befreien. Wenn wir also jemand anderem Schuldgefühle machen, möchte dieser vielleicht sogar den Zustand beenden, ist aber aufgrund der Schuld so klein, macht- und hilflos, dass dies nicht funktioniert. Und schon haben wir eine gegenseitige Abhängigkeit geschaffen, die uns beiden Kraft, Lebensfreude und Energie raubt.

Ich persönlich bin dafür, Schuld in Verantwortung umzuwandeln. Wenn wir uns für etwas oder jemanden verantwortlich fühlen, sind wir in der Lage, aktiv zu handeln und etwas zu verändern. Wir holen uns also unsere Macht wieder zurück, und dadurch werden wir automatisch viel kreativer, tatkräftiger und entscheidungsfreudiger. Aber auch bei der Verantwortung gilt es, vorsichtig zu sein, denn oft neigen wir dazu, Verantwortung für Dinge, die uns nicht gefallen, abzugeben oder Verantwortung für andere zu übernehmen, obwohl dieser uns nicht darum gebeten hat. Hier gilt es, kritisch zu hinterfragen, bevor wir uns in Aktionen stürzen. Wenn wir beispielsweise glauben, unser Partner müsste sich verändern, können wir genau so gut darüber nachdenken, was wir tun können, um mit der gerade herrschenden Situation besser umzugehen. Es ist uns in jeder Lebenssituation – auch wenn sie noch so ausweglos erscheint – möglich, die Verantwortung für uns selbst und unser Glück zu übernehmen. Wir können uns immer fragen: Was kann ich tun, um noch glücklicher, leichter und friedlicher durchs Leben zu gehen. Dafür brauchen wir unsere Umwelt nicht, und dies gibt uns eine Menge Macht über uns selbst zurück.

Wenn uns also jemand versucht, ein schlechtes Gewissen zu machen, sollten wir uns fragen, warum genau wir uns wirklich schuldig fühlen und ob wir diesem Menschen wirklich helfen können bzw. müssen. Wenn wir selbst wieder anfangen, Gott und der Welt ddie Schuld zu geben, sollten wir wieder zu uns selbst zurückfinden und uns fragen, was wir in der jetzigen Situatioon tun können, um unser Leben zu erleichtern oder zu verbessern.

Mit Schuld bewusst umzugehen ist meiner Meinung nach genau so wichtig, wie die eigenen Ängste zu kennen. Gehen wir also lieber in unsere Eigenverantwortung, anstatt auf dem bequemen, aber ungesunden „Schuldsofa“ sitzen zu bleiben. Verantwortung übernehmen ist nicht leicht und schon gar nicht bequem, aber auf Dauer sehr lohnenswert.

Vielleicht kann Dir eines meiner Steinöle helfen. Nähere Informationen findest Du unter:

Falls Ihr Fragen oder Anregungen habt, setzt Euch einfach mit mir in Verbindung. Meine Daten und das Rückrufformular findet Ihr auf meiner Homepage unter:

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